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Mittwoch, 10. August 2011
Haager Sommer 2011



Die ersten Schritte mit der neuen Kamera vor die Tür. Holland, das Land, in dem es keine Gardinen gibt. Das grüne, helle Land, in dem sommers die Sonne scheint, weil auch tagsüber die Straßenlaternen brennen. Der Haager Sommer 2011, evoziert Poesie

Der Sommer kam doch
Auf frisches, grünes Blattwerk
Der Regen schüttet.

(nach Basho)

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Montag, 8. August 2011
Time for Tea

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Sonntag, 7. August 2011
Ngoma


Kunstvolle Verwertung eines ugandischen Rindviehs.





(aus der Abteilung "Üben mit der Kamera")

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Donnerstag, 4. August 2011
wie man unwillentlich zum flitser wird
Ihr Tip zum automatischen Blitz hat den Nagel genau auf den Kopf getroffen, lieber Herr Terra40, denn genau solche selbsttätigen Sperenzchen haben mich zu der widerwilligen Einsicht gebracht, daß die neue Kamera einstweilen noch mit mir fotografiert und nicht umgekehrt.
In der Gebruikshandleiding bin ich zum Kapitel “flits” noch nicht vorgedrungen. Die allgemeinen Sicherheitshinweise wecken schon genug Bedenken in mir:

“Wanneer u de dioptrie-instelling gebruikt met het oog tegen de zoeker, dient u op te passen dat u niet per ongeluk uw vinger in uw oog steekt.”

Dank dem nützlichen Link des Herrn Pathologen konnte ich mich überzeugen, daß da wirklich steht: “Wenn Sie bei der Bedienung der Dioptrieneinstellung gleichzeitig durch den Sucher schauen, sollten Sie unbedingt darauf achten, nicht aus Versehen mit dem Finger ins Auge zu greifen.”
Man kann ja nicht aufmerksam genug sein im Leben. Gut, daß Nikon für uns Dummbatzen an alles gedacht hat.
“Wenn der Trageriemen um den Hals eines Kleinkindes gelegt wird, besteht die Gefahr einer Strangulierung.”

Hier sehen Sie, daß es mir inzwischen gelungen ist, den flits zu überlisten. (Bei der Scharfeinstellung üben wir noch.)



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Dienstag, 2. August 2011
OMG, ich hab's getan
Seit Tagen, seit Wochen habe ich ebay und den holländischen Marktplaats belauert, auch bei zwei Auktionen versuchsweise zögerlich mitgeboten und natürlich nicht den Zuschlag erhalten, denn: wollte ich mich denn wirklich so in Unkosten stürzen, einer Kamera wegen?
Vorgestern ging ich dann in eines der größten Fotogeschäfte am Ort, um etwaige Kandidatinnen aus den Nikon- und Canon-Familien mal vergleichend und abwägend realiter in der Hand zu halten... und da stand sie. Von allen Modellen, die ich in Erwägung gezogen hatte, stand ausgerechnet meine Favoritin, eine Nikon D5000, in einer Vitrine für Gebrauchte! Nach Verkäuferaussage erst ein halbes Jahr alt, äußerlich absolut neuwertig und mit einjähriger Händlergarantie für weniger Geld zu haben als die Endpreise bei jeder Auktion. Da hab ich sie gekauft.
Und gleich noch ein gescheites Objektiv (18-200mm) dazu.
Jetzt sitze ich wie ein hypnotisiertes Kaninchen unterm Weihnachtsbaum und wage sie kaum anzurühren. Wir sind noch sehr scheu miteinander. Ob ich jemals lernen werde, mit ihr umzugehen? Ein Handbuch von 250 Seiten liegt bei. (So leicht wird's einem in anderen Fällen nicht gemacht.) Allerdings auf Holländisch. Jetzt muß ich Holländisch lernen! Und dann das Handbuch studieren. Lernen, wozu all die Knöpfe da sind. Was man alles einstellen kann. Und welche Einstellungen man alle abschalten kann. Denn am Ende will ich mit ihr fotografieren und nicht sie mit mir. Eine Lehrzeit auf Monate steht mir bevor. Puh, das wird spannend!



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Montag, 1. August 2011
"Why the hell do we go?"
Könnte bald wieder gesteigerte Aktualität bekommen. Ansonsten weil endlich wieder Sommer ist.


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Freitag, 29. Juli 2011
Nachlese und ein Nachgedanke zu den Anschlägen in Norwegen
Eine Woche nach den Anschlägen in Norwegen ist die internationale Öffentlichkeit noch immer mit der Spuren- und Motivsuche beschäftigt. Wie betriebsblind und schablonenhaft sie dabei vorgegangen ist, bringt heute ein Beitrag von Christian Schlüter in der Frankfurter Rundschau bündig auf den Punkt:

“Wie sehr das „Feindbild Islam“ zum Lückenbüßer für die allgemeine Ahnungslosigkeit geworden ist, führte das öffentlich-rechtliche Fernsehen am Freitag vor [...] ARD und ZDF, aber nicht nur ihnen, kommt das fragwürdige journalistische Verdienst zu, ihre Zuschauer anstatt aufzuklären, regelrecht dümmer gemacht zu haben. Das Bedürfnis nach Sinnstiftung zu befriedigen ist verlockend, es verspricht Quote und Auflage.
Dabei ist das Muster dieser Sinnstiftung immer wieder dasselbe, es geht um die Konstruktion eines Feindbildes, einer Gefahr, die von Außen kommt und mit „uns“ möglichst nichts zu tun hat. Es geht also um Ausgrenzung, und die sah im Falle des norwegischen Attentäters so aus: Erst galt er als Islamist; dann als Rechtsradikaler, wobei er allerdings einer entsprechenden Gruppierung nicht richtig zuzuordnen war; auch ein christlicher Fundamentalist sollte er gewesen sein, aber das „christlich“ schien offenbar zu unheimlich, da zu nahe, und verschwand also wieder; und am Schluss blieb ein irgendwie wahnsinniger Einzeltäter, ein Sonderling, möglicherweise mit einer erheblichen Persönlichkeitsstörung, ein Psychopath. Weiter ließ sich Anders Behring Breivik wohl nicht aus unserer Mitte wegdefinieren.”

Zu wiederholtem Mal wird hier darauf hingewiesen, daß der Täter nicht von irgendeinem abgedrehten Rand, sondern aus unserer Mitte kommt. Die Täter sind mitten unter uns. Man hält sie nur für unauffällig, weil unsere Behörden und viele von uns weggucken. Das gilt von dem neonazistischen Wehrsportler, der 1980 auf dem Münchener Oktoberfest 13 Menschen in die Luft sprengte, über den Bombenleger von Oklahoma 1995, die schwedischen Rechstradikalen, die 1999 einen Gewerkschaftler auf offener Straße hinrichteten, und die Amokläufer von Erfurt und Winnenden bis zu Anders Breivik. Ihn jetzt zum Psychopathen zu erklären, machte nicht nur ihn schuldunfähig, sondern auch uns. Diese gewaltbereiten Attentäter allesamt zu Außenseitern zu erklären, ist falsch und irreführend. Es ist keine Erklärung, sondern eine Entlastung, um uns selbst nicht für zuständig und verantwortlich erklären zu müssen. Der Grund, aus dem diese Gewalttäter erwachsen, liegt nicht außerhalb, sondern in unserer Gesellschaft.

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