Es ist heiß zwischen den alten, bewachsenen Dünen, Pappelwolle fliegt umher und bedeckt flockig den sandigen Boden; ein Geruch nach warmem Pferdeschweiß steigt auf. Blaue Kerzen von Natternköpfen säumen dicht die schmalen Pfade. Ihren Namen haben sie von den wie Schlangenzungen aus den kleinen Blütenkelchen züngelnden Griffeln, und natürlich (aber-)glaubte man früher, im Amulett getragen, würden sie vor Schlangenbissen schützen. Auch sollen alle blau blühenden Pflanzen den Blitz und Donner schleudernden Göttern heilig gewesen sein, denn bläulich zuckt das Licht der Blitze. Am Vormittag hat der Wind gedreht, kommt jetzt feucht und warm aus Südwest, doch statt einer Gewitterwolke, aus der Zeus oder Thor ihre Blitzkeile schleudern könnten, entsteht draußen auf dem Meer Nebel, die berüchtigte zeevlam der holländischen Küste wallt heran. Bald ist alles wie in grauen Rauch gehüllt, die Sonne verlischt, die Temperatur fällt spürbar. Nach ein paar Stunden löst sich der Spuk auf, und in der Nacht grollt tatsächlich ein Gewitter los, die Blitze geistern grell über den Himmel, aus dem ein Regendrusch niederrauscht. Ich denke an Maitagorry und die Schlange Leheren im Zypressenpalast und mir wird heiß, aber wer liest heute noch solche Bücher?
... link (0 Kommentare) ... comment
“Soccer is now, thankfully, the way European nations fight each other”, erklärt ein johnbarry in einer Zuschrift zu einem ansonsten lesenswerten Guardian-Artikel über die “Flair Revolution” des deutschen Fußballs. Und dann holt johnbarry richtig aus: “Watching the England - Germany match, I was struck by how closely the rival approaches mirrored their respective military doctrines of decades ago”, schreibt er und kommt gleich zum Kern seiner Analyse: “In essence, the German team's tactics were pure blitzkrieg. Very fast breaks whenever a hole opened up. Keeping up the pace of attack so the defense had no time to organise. Pouring support behind whichever player had broken through the defence.”
Schätze, johnbarry ist altgedienter WKII-Veteran, der auch beim Fußballgucken sein schmächtiges Offiziersstöckchen fest unter den Arm geklemmt hält. Oder er ist noch aktiver Stabsoffizier der Royal Army, denn er führt ergänzend ein noch älteres Konzept deutscher Militärkonzeption ins Feld: “...An offensive strategy which depended --- as did blitzkrieg --- on the absolute confidence that every player on the German side understood the battle-plan so well that no last-second coordination was necessary. Every player was free to use his initiative, within that well-understood operational strategy. The military version of this the Germans called auftragstaktik. – By contrast, the England team looked as if they were in thrall to Montgomery 's laborious set-piece approach in the Western Desert or before Caen.”
Bleibt nur zu hoffen, daß bei der jetzt in England ausgebrochenen Bewunderung für deutsche Militärtaktik der nächste englische Nationaltrainer nicht angehalten wird, das Spielfeld in ein Gefechtsfeld zu verwandeln.
So allein steht Mr johnbarry mit seiner in meinen Augen etwas bizarren Analogie übrigens gar nicht. Das norwegische Dagbladet titelt nach dem 4:0-Sieg über Argentinien: “Dette er Blitz Fussball!”
Spielen und Jonglieren mit Analogien zwischen fußballerischen Spielweisen und ernsteren (und gefährlicheren) Dingen oder auch nationalen Charaktereigenschaften scheint doch einfach zu verlockend zu sein. Hier in den Niederlanden gibt es zum Glück noch ein paar Stimmen, die diesen Blick auch einmal auf die eigene Mannschaft und die eigene derzeitige geistige Einstellung im Land richten: “Hört Van Marwijk, und ihr hört Wilders”, lautet die Schlagzeile eines Artikels im Rotterdamer NRC Handelsblad. “Nur wenige Wochen nach dem Wahlerfolg von Wilders legt Oranje ein Spiel an den Tag, das meilenweit entfernt ist von der fortschrittlichen Bravour, mit der ganze Generationen aufgewachsen sind... Man höre nur, wie der Trainer von Disziplin spricht, die Rufe nach einer strengen Hand. Und man höre, was Wilders sagt.”
Wenn das so ist, kann man der deutschen Mannschaft mit ihrer fortschrittlichen Bravour ja nur alles Gute wünschen, im Endspiel.
Aber so offen wollen wir Deutsche (im Unterschied etwa zu Brasilien, Maradona und der oranje elftaal) ja heutzutage keine Titelaspirationen anmelden. Die Mannschaft deutet da eher durch Zahlenspiele etwas an: 4:0 gegen Australien, 4:1 gegen England, 4:0 gegen Argentinien -- kann das etwas anderes heißen als: wir wollen den 4. Titel?
Raphael Honigstein von Sports Illustrated, der offenbar eine ganze Menge von Fußball in Deutschland weiß, hat im Zusammenhang mit Jogi Löw eine bedenkenswerte Nebenbemerkung fallen gelassen: "The whole of Germany is at his feet, grateful for much more than reaching the third semifinal in a row (in 2006, he was Jurgen Klinsmann's assistant): Löw has rebranded, nay: reconstructed the team into a side that neutrals enjoy watching. In doing so, he has fulfilled a deep-seated need of his countrymen: after being feared (war) and grudgingly respected for their achievements (post-war) they desperately wanted to be liked. And that doesn't just go for the soccer."
“Argentina kissed good-bye its 2010 World Cup South Africa dreams after falling strongly in one of the saddest chapters of our history in this tournaments”, faßte der in Englisch erscheinende Buenos Aires Herald die Trauer in Argentinien zusammen, aber insgesamt hat die argentinische Presse die Niederlage erstaunlich sachlich und gelassen hingenommen. clarín, ebenfalls aus Buenos Aires, titelt zwar: “Klose, unser Scharfrichter gestern und heute”, analysiert dann in einem weiteren Artikel aber nüchtern “10 Gründe für unser Ausscheiden”, und nennt an erster Stelle die Unfähigkeit und das Versagen Maradonas als Trainer. “Die Spieler haben gelernt, daß es den Weihnachtsmann nicht gibt, Maradona ist wieder zu einem gewöhnlichen Sterblichen geworden.”
pagina 12 haut in die gleiche Kerbe. Das einzige, wozu man der argentinischen Mannschaft gratulieren könne, sei, daß sie nun gezeigt habe, daß sie doch verlieren könne. Ansonsten habe sie schon gegen Mexiko erkennen lassen, daß sie mit taktisch disziplinierten und gut eingestellten Gegnern nicht zurechtkomme, weil sie selbst keine taktische Vorbereitung erhalten habe. Letzten Endes müsse man aber auch schlicht einmal die Überlegenheit eines Gegner anerkennen: “Die Deutschen haben einfach sehr gut gespielt.”
Die Karikatur aus pagina 12besagt: "Die Deutschen sind undankbar. Wo sind sie denn hingegangen, als sie sich verstecken mußten...?"
Vaya con dios, Senor Maradona. Rosenkranzbeten ist eben doch keine überlegene Taktik.
Jetzt kann er sich in Ruhe einen dritten und vierten Arm wachsen lassen, um noch mehr Protzuhren gleichzeitig zu tragen.
... link (0 Kommentare) ... comment
"The earth is moving out of its orbit, the axis has shifted; from the north the snow blows down in huge knife-blue drifts... A new day is dawning, a metallurgical day, when the earth shall clink with showers of bright yellow ore... at the periphery the light waves bend and the sun bleeds like a broken rectum. – More and more the world resembles an entomologist‘s dream.”Nur wenige Jahre später sollte wirklich ein Entomologe, ein Käferbetrachter, seinen Einzug oder, genauer, seinen Einmarsch in Paris halten.
Nach dem deutschen Überfall auf Polen Anfang September 1939 hatten, wie bekannt, die Westmächte England und Frankreich Hitlers Deutschem Reich den Krieg erklärt, ohne allerdings ernsthafte Kampfhandlungen aufzunehmen. Erst ein halbes Jahr später kam es zu einem militärischen Wettlauf zwischen Engländern und Deutschen um die Besetzung Norwegens, das die Wehrmacht binnen eines Monats zu ihren Gunsten entschied. Daraufhin befahl Hitler am 10. Mai 1940 den Angriff auf die Beneluxländer und Frankreich. Bei dem auf alliierter Seite für unmöglich gehaltenen deutschen Vorstoß durch die Ardennen („Les Ardennes sont impérmeables aux chars!“) führte auch ein schon im Ersten Weltkrieg hoch dekorierter Hauptmann seine Kompanie hinter den schnellen Panzerspitzen nach Westen. Am 23. Mai 1940 überschritt seine Infanterieeinheit die Grenze nach Luxemburg, zwei Tage später kampierten sie im belgischen Ardennenstädtchen Neufchâteau. “Die Stadt macht einen anarchischen Eindruck. Der größte Teil der Einwohner ist geflüchtet... Ich teilte Nachtstreifen zur Aufrechterhaltung der Ordnung ein und unterrichtete die Mannschaft nochmals darüber, daß kein Grad der Zerstörung Übergriffe in Dingen des Eigentums rechtfertigen kann”, trug er in das Tagebuch ein, das er führte, so oft ihm der Vormarsch Zeit dazu ließ.
Einer seiner Offiziere hat später ergänzt, der Kompaniechef habe ihm damals eingeschärft: “Betreten Sie stets jedes Haus, als sei es Ihr eigenes, und denken Sie an die Möglichkeit, daß Sie in die gleiche Lage wie diese Unglücklichen kommen können.”
Am nächsten Tag passierten sie die Grenze zu Frankreich und erreichten Sedan, wo zwei Wochen vorher 60.000 Mann eines deutschen Armeekorps unter General Guderian auf einer Pontonbrücke die Maas überschritten hatten.
“Das Ganze ist ein ungeheures Foyer des Todes, dessen Durchschreitung mich gewaltig erschütterte. In einem früheren Abschnitt meiner geistigen Entwicklung versenkte ich mich oftmals in Visionen einer völlig ausgestorbenen und menschenleeren Welt, und ich will nicht bestreiten, daß diese dunklen Träumereien mir Genuß bereiteten. Hier sehe ich die Idee verwirklicht und möchte glauben, daß, wenn auch die Soldaten fehlten, der Geist sehr bald gestört sein würde –
ich fühlte schon in diesen beiden Tagen, wie der Anblick der Vernichtung an seinen Angeln hob.”
Mitte Juni, Paris war gerade von deutschen Truppen eingenommen worden, erreichte das Regiment des Hauptmanns das Dorf Montmirail in der Champagne, cirka hundert Kilometer östlich von Paris. “Montmirail ist das Schloß von Larochefoucauld, und es bedeutet für mich, zu dessen eiserner Ration seit langem auch die ‘Maximen‘ zählen, einen Akt der geistigen Dankbarkeit, zu erhalten, was zu erhalten ist. Daher ließ ich es gleich unter Bewachung stellen und begann mit der Aufräumung”, notierte der literarisch interessierte Infanteriehauptmann. Als der Abschluß des Waffenstillstands zwischen der Regierung Pétain und dem Deutschen Reich bekannt wurde, lag seine Kompanie in der geographischen Mitte Frankreichs, in Bourges.“Das Haus, das ich bezogen habe, ist insofern angenehm, als es nur eine Gartenfront besitzt und schwer zu finden ist. Es liegt am Ufer der Yèvre, eines stillen und reich verzweigten Flüßchens, von dessen Grunde die Wasserpflanzen leuchten und das von überhängenden Bäumen beschattet ist. Vor der Veranda grünt ein Rasenplatz; er ist von dichten Büschen eingefaßt und gegen das Wasser durch eine Rampe von Schwertlilien geschirmt... In diesem stillen, wie von einer Wildnis eingerahmten Garten nehme ich mittags lesend ein Sonnenbad, und abends nach dem Essen befahre ich das Flüßchen, in dem Forellen spielen, mit dem Kanu.”
In dieser Idylle der Etappe kam er auch endlich dazu, seine unterwegs aufgesammelten Funde zu sortieren, die ihn vielleicht mehr als vieles andere erkennen ließen, daß er sich in einem fremden Land befand.
“Was mich betrifft, so lese ich manches davon auch an den Insekten ab, an ihren neuen Formen und an der Art, in der sich das Verhältnis der Gattungen verschiebt. Übrigens ordnete ich heute einige Prisen ein, die ich auf dem Vormarsch aufgriff.” –
Moment! Da kämpfen auf einem riesigen Schlachtfeld, das von Rhein, Maas und Mosel bis an den Atlantik reicht, mehr als 5 Millionen Soldaten mit dem damals modernsten Vernichtungsgerät in einem verheerenden, bis dahin unvorstellbar rasant voranschreitenden Krieg, in dem in nur fünf Wochen mehr als 500.000 Soldaten fallen oder verwundet werden, da werden ganze Städte, wie Rotterdam, in Schutt und Asche gebombt mit Tausenden von zivilen Opfern, überall entlang der Vormarschstraßen herrschen Chaos und Vernichtung, stehen rauchende Trümmer, liegen verwesende tote Menschen und Tiere; und mittendrin sammelt ein Offizier auf dem Vormarsch Käfer und Schmetterlinge. Kann man sich das vorstellen? Ist das nicht zu grotesk und absurd, um wahr zu sein?“Das Paradoxe solcher Geschäfte inmitten der Katastrophen ist mir nicht entgangen, doch fand ich es zugleich beruhigend – es verrät sich darin ein Vorrat an Stabilität, selbst der zivilisatorischen Verhältnisse. Außerdem habe ich seit 1914 im gefährlichen Raum zu arbeiten gelernt.” – Arbeiten. Meint er damit das “Handwerk des Krieges” oder das Käfersammeln? Leidet da jemand an einer posttraumatischen Belastungsstörung, oder ist er ein kaltschnäuziger Hund? Oder ist er tatsächlich so kaltblütig?
Persönlicher Mut bis zur Verwegenheit ist tatsächlich das Letzte, was man diesem Mann absprechen kann. Am Mittag seines 45. Geburtstags Ende März 1940 waren im Bereich seiner Kompanie, die noch am Westwall in Stellung lag, zwei Frontneulinge leichtsinnig aus der Deckung zum Rheinufer hinabgegangen und unter Feuer genommen worden. “Die beiden Artilleristen blieben auf der grünen Böschung liegen, die weithin sichtbar ist. Nachdem ich den Ort besichtigt hatte, beschloß ich, die beiden zu bergen... ich fühlte mich dazu aufgelegt.” Trotz heftigen Dauerbeschusses durch ein überschweres Maschinengewehr gelang es ihm, den einen von den beiden verletzt, aber noch lebend zu bergen. (Wenig später erhielt er zu seinen Auszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg für diesen mutigen Einsatz noch das Eiserne Kreuz verliehen. Auf seine Handlungen und Haltungen, die vielleicht noch sehr viel mehr Mut verlangten, komme ich später zu sprechen.) Immer wieder gab er in seinen Schriften der Überzeugung, die er nicht zuletzt in den Menschenmassen verschlingenden Materialschlachten des I. Weltkriegs gewonnen hatte, Ausdruck, daß auch der Einzelne nicht nur Erleidender eines Schicksals ist, sondern durch seine Haltung, seine Handlungen und vor allem durch seine geistige Einstellung die Verhältnisse um sich selbst mitgestaltet. Verwundet wurde er oft genug, allein im I. Weltkrieg elfmal, aber trotzdem (oder gerade deswegen) glaubte er offenbar an so etwas wie seine Aura persönlicher Unbesiegbarkeit, so lange er die entsprechende Haltung bewahrte. “Lehrreich” fand er den Vorfall, als ein französischer Soldat “im Priesterwalde, 1917 im Morgennebel, die Handgranate nach mir warf. Das bestärkte mich in dem Entschluß, mich niemals zu ergeben, dem ich bereits im Weltkrieg treu geblieben bin. In jeder Waffenstreckung liegt auch ein unverbesserlicher Akt, von dem die Urkraft des Kämpfers betroffen wird.”
Und noch im Frieden hielt er im Tagebuch für sich fest, es sei “sehr wichtig, daß man bei verdächtigen Renkontres, etwa wenn man im Wald angesprochen wird, die Sicherheit bewahrt. In unserer Eigenschaft als Menschen verfügen wir über Hoheitssiegel, die schwer zu brechen sind, wenn wir sie nicht selbst beschädigen... Man muß nur wissen, wie Marius, daß man unverletzlich ist.”
Der Zwischenfall am Rhein (und die anschließende Auszeichnung) machte ihm “übrigens die Spanne besonders deutlich, die für mich zwischen dem Ersten und diesem Zweiten Weltkrieg liegt. Damals die hohen Orden für die Erlegung von Gegnern, heute das Bändchen für einen Rettungsgang”, schrieb er am 23.6.40 ins Tagebuch. “Das Geheimnisvolle an solchem Wechsel liegt darin, daß er Veränderungen in unserem Innern entspricht - wir bilden uns die Welt, und was wir erleben, ist nicht dem Zufall untertan. Die Dinge werden durch unseren Zustand angezogen und ausgewählt: die Welt ist so, wie wir beschaffen sind. Jeder von uns vermag also die Welt zu ändern – das ist die ungeheure Bedeutung, die den Menschen verliehen ist. Und daher ist es auch so wichtig, daß wir an uns arbeiten.”
Der Appell klingt wie eine fast magische Beschwörung, vor allem wenn man weiß, daß der gleiche Mann eine Studie vorgelegt hat, in der er, wie Henry Miller oder die Futuristen, das 20. Jahrhundert als eine Epoche der Maschinisierung des gesamten Lebens zeichnete, die den Menschen weitgehend entindividualisiere. (Der Völkische Beobachter geiferte in seiner Rezension vom 23.10.1932, der Autor gerate allmählich in die “Sphäre der Kopfschüsse”.) Nichtsdestotrotz hat er den Appell, an sich zu arbeiten, immer wieder auch an sich selbst gerichtet, und in wesentlichen Dingen war er längst nicht mehr derselbe Mann, der wie Millionen andere voller Abenteuerlust freiwillig in den Ersten Weltkrieg gezogen war. Den Zweiten hat er niedergedrückt und voller Befürchtungen kommen gesehen. “Alle Zeichen deuten auf Krieg in kurzer Zeit”, notierte er ein halbes Jahr vor dem Überfall auf Polen und hielt danach oft genug Träume (von seiner eigenen Hinrichtung etwa) und Stimmungen in seinem Tagebuch fest, die deutlich genug von Sorge und Gedrücktheit bis hin zur Depression künden. Sein Tagebuch bleibt ihm “im totalen Staat das letzte mögliche Gespräch”, wie er später im Vorwort festhielt. “Das sind Notizen auf der Fahrt durch Meere, in denen der Sog des Malstroms fühlbar wird und Ungeheuer auftauchen.” Ausgerechnet die Wehrmacht scheint ihm fast als so etwas wie eine Zuflucht vor den Ungeheuern vorgekommen zu sein, und er mag sie für sich paradoxerweise als so etwas wie das ruhige Auge im Sturm empfunden haben. Jedenfalls solange der “Sitzkrieg” am Westwall noch nicht in Bewegung geraten war. “Mein Ehrgeiz, soweit er sich auf militärische Dinge richtet, ist heute erloschen; und damit lebe ich in einem Zustand der Selbstgenügsamkeit”, schrieb er im März 1940 einem Freund aus dem Gefechtsstand, seiner “Auwaldhütte” am Altrhein bei Iffezheim. Und ohne Rücksicht auf die Zensur der Feldpost fuhr er fort:
“Ich fechte aus einem Bedürfnis nach Sauberkeit. Wo gefochten wird, darf man noch hoffen, am wenigsten jenen Menschen zu begegnen, deren Nähe so widrig ist. Ich habe schon das Wort ‘deutsch‘ aus allen meinen Büchern gestrichen, damit ich es nicht mit jenen teilen muß.”
... link (5 Kommentare) ... comment
Inzwischen, zurück in Suid-Holland, ist der Himmel nicht nur über den Fußballplätzen der Welt viel heller geworden; seit Tagen haben wir so strahlendes Wetter, daß es mich an die ersten richtig warmen Tage des Jahres überhaupt erinnnert, an unseren Frühling in Paris. Besonders an einen Nachmittag im Musée Rodin. Im ehemaligen Hôtel Biron, 1905 in ein Künstlerdomizil umgewandelt, hatte Matisse ein Atelier, gab Isadora Duncan Tanzunterricht, bevor sie doppelt und dreifach der Fluch des Automobils traf, und schrieb Rilke an den Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge und an Rodin: “Sie sollten sich dieses wundervolle Gebäude einmal ansehen, lieber großer Freund...”
Der liebe, große Freund kam und mietete gleich vier große Säle im Parterre des großzügigen Palais‘, das ihm später ganz als Stadtatelier überlassen wurde. Das Grün der sorgsam gestutzten Rabatten im ursprünglich doppelt so ausgedehnten Park tat den großstadtflirrenden Augen wohl und bildete ruhige, monochrome Hintergrundflächen für des Meisters zerklüftete „Kunst der Buckel und Höhlungen“. Rodin hat in meinen Augen phantastische Meisterwerke geschaffen und – bei der Gesamtzahl seiner Werke nicht verwunderlich – auch so einiges ziemlich Danebengegangenes.
Besonders als Meister grotesk übersteigerter Füße wird er mir nach unserem ausgiebigen Rundgang durch den Park und die Säle in Erinnerung bleiben. Und auch wenn er angeblich Jahre auf Vorstudien für die gewünschte Monumentalstatue Balzacs verwandt haben sollte, glaube ich, daß er diesen dicken Stern aus dem Pantheon der französischen Literatur nicht besonders gemocht hat. Anatomisch war es jedenfalls nicht unbedingt erforderlich, dem üppigen Bauch Balzacs in einer von Rodins Aktstudien zum Balzac-Denkmal als Gegengewicht einen derart flachen Hintern zu verpassen.Nicht nur im Fall des von den Auftraggebern schließlich abgelehnten Balzac (“eine große, komische Maske, die einen Bademantel krönt”) löste Rodins anatomischer Hyperrealismus so manchen Skandal aus, der das teilnehmende Publikum in wüste und indignierte Beschimpfer und enthusiastische Befürworter spaltete. Der an anatomischen Details bekanntlich nicht uninteressierte Henry Miller, den ich in Paris las, schrieb bei seinen Betrachtungen über die mißliche Mode der weiblichen Schamrasur:
“It only goes to show you there‘s nothing to it after all, especially when it‘s shaved. It‘s the hair that makes it mysterious. That‘s why a statue leaves you cold. Only once I saw a real cunt on a statue - that was by Rodin.”
... link (0 Kommentare) ... comment

Nach längerer Zeit stehe ich wieder einmal am Ufer der Elbe, dem hellen Fluß in der ursprünglichen Bedeutung des Namens. Beim letzten Mal war er gar nicht hell und gar nicht zu sehen, so dicht wallte der Nebel, und die Fähre trieb lange, nicht endend durch undurchdringlich graue Watte, das bräunliche Wasser gluckste leise unter den zähen Fasern milchiger Schleier.
Diesmal ist es grau bedeckt, windig und viel zu kalt dafür, daß Mittsommer unmittelbar bevorsteht, aber der Strom ist in seiner ganzen Breite zu sehen und das jenseitige Ufer auch, und drüben in der flachen Marsch soll eine Stadt mit Namen Glückstadt liegen. Vom hiesigen Ufer ist außer ein paar Verbrennungsschloten nichts zu erkennen. Ich habe mich immer gefragt, ob der Name je anders als ironisch gemeint sein konnte. Woher aber die ewige Neugier in uns, wissen zu wollen, was auf der anderen Seite ist? Ich weiß es doch, und trotzdem bliebe ein unerfülltes Ziehen, wenn ich ihr nicht nachgäbe.
Grau stampft die Fähre durch das kabbelige Wasser näher, legt an, läßt die Laderampe herab, und ein Tor öffnet sich im Stahlrahmen der Landungsbrücke. Wir rollen an Deck, bereit zur Fahrt hinüber. “Scheer' Dich des Weges, alter Nimmersatt! / Was soll ich in der Totenstadt, / Ich, mit dem Jubel in der Brust!” Else Lasker-Schüler, Styx. Im Griechischen ist der Fluß weiblichen Geschlechts wie die Elbe im Deutschen. Lykophron nennt sie die schwarze Styx, ihr Name bedeutet Haß, aber vielleicht eher im Sinn von die Verhaßte, denn sie ist doch der bekannteste Fluß der Unterwelt, “unvergänglich alte Flut, die des schroffen Geklüfts Abhänge durchströmet. / Dort sind der dunkelen Erd', und des finstern tartarischen Abgrunds, / auch des verödeten Meers, und des sternumfunkelten Himmels, / aller Beginn' und Enden sind dort mit einander versammelt, / fürchterlich dumpf, voll Wustes, wovor selbst grauet den Göttern” (Hesiod, Theogonie). Und sie wird als einer der Unterweltflüsse genannt, über die Charon, Sohn der Nacht und der Finsternis, in seinem Kahn die Gestorbenen in des unerbittlichen Hades‘ Schatten- und Totenreich übersetzt.

Die Frage ist, wie tief sind uns solche Geschichten eingeschrieben? Der Fluß vor mir, die Fähre, das dunkle Tor rufen sie jedenfalls in mir hervor und ebenso die Frage, ob die Neugier auf ein jenseitiges Ufer, schon deshalb, weil das Übersetzen und das unbekannte Jenseits früher immer auch Gefahrenmomente enthalten konnten, nicht auch ein Teil Neugier auf das Jenseits schlechthin enthält. Dante, die Styx bei Baudelaire, Charon als Gondoliere in Thomas Manns Tod in Venedig, die Überfahrt in die Westfjorde in Frikki Fríðríkssons Film Children of Nature sind nur ein paar Beispiele aus Literatur und Film, die zeigen, daß solche Vorstellungen immer virulent geblieben sind. Hoffen wir also insgeheim, wenn wir an Bord einer Fähre gehen, den Vorgang des Sterbens auf eine für uns nachvollziehbare und angenehme Weise ein Stück weit symbolisch vorwegzuerleben? Das würde zumindest das kaum vernehmlich leise Unbehagen erklären, das sich oft in die Freude auf eine Schiffsüberfahrt mischt. Heute bin ich ganz ruhig, drüben im Jenseits liegt schließlich Glückstadt. Nur, wer weiß schon, wie jenseits Glück definiert wird? Ich sage bloß "Weilaghiri".
Glückstadt (Wikipedia): “Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde die Landesarbeitsanstalt... als frühes Konzentrationslager genutzt, in dem 150 politischen Gegner inhaftiert waren. Das Gebäude wurde bis 1974 als Landesfürsorgeheim zur Umerziehung von Jugendlichen weitergenutzt. Während dieser Zeit kam es systematisch zu gewalttätigem Missbrauch der Jugendlichen durch Heimangestellte.”

Heute zählt nicht das steinerne Herz, sondern das abenteuerliche. Wir rollen die Rampe hinauf, an Bord von Charons Nachen. Habe ich auch den Obolus unter der Zunge nicht vergessen? Die Rampe hebt sich, eine Kette wird vorgehängt, die Fähre legt ab.
Der Nebel hatte sich etwas gehoben, und ich sah, daß wir durch enge Kanäle flossen, weit mochte sich umher ein flaches trübes Sumpfdelta hinziehen (nur einmal glitt rasch ein Streifchen reinlichen Kieselufers vorbei). Ab und zu kamen schon halbverfallene Hütten; schwere Steinränder, aber grün schlüpfrig und naß, begannen die schlaff gluckenden tiefen Wasseradern zu säumen; vereinsamte Häuser erschienen, düster und feucht gefleckt; Aschtonnen, Abfallhalden und öde Baugruben der rußigen Vorstädte, eine häßliche gerade Brücke hallte hastig und tonlos dicht oben und war ein trübes rattiges Tor. Bei Speichern und Kohlenlagern stierten Mietskasernen aus schwarzen Fenstern, Kinder spielten langsam im Müll der Höfe, Weiber keiften. Wir standen mürrisch an Deck und wurden unaufhaltsam vorbei geführt; höher wurden die Häuserblocks, Kähne schlappten am algigen Bollwerk; dann glitten wir in ein mäßiges Becken, und das Schiff legte sich selbst längsseits der niedrigen Mauer" (A.S., Enthymesis oder W.I.E.H.)
... link (0 Kommentare) ... comment
Eine Schimäre? Ein Trugbild also, ein Hirngespinst, dieser Bilderberg-Club? Vor fünf, sechs Jahren noch hätte Ihnen eine so seriöse Zeitung wie der britische Guardian darin aus voller Überzeugung zugestimmt. “Conspiracy theorists of the world unite”, überschrieb er seine kurze Meldung zum Bilderberg-Treffen 2005 in Rottach-Egern. Letztes Jahr schickte er einen eigenen Reporter zum B-Treffen im griechischen Vouliagmeni, der sich zunächst nach Kräften lustig machte. (Alle Artikel dazu, aus denen ich im folgenden zitiere, gesammelt hier: Bilderberg) “It isn't happening. It doesn't exist. I'm flying out to Athens for no reason at all”, begann er seine damalige Artikelserie.
“It is definitely happening”, schrieb er am nächsten Tag. “I've seen the guns. I thought it might be a good idea to go to the Astir Palace resort for lunch. See just what kind of a cheese omelette the president of the Federal Reserve is going to be enjoying. I didn't get far... A security guard opened the cab door, leaned in: "We're closed now. Only guests." And to the driver, a bark of instructions to turn around. We turned around.”
Nach einem Beinahzusammenstoß mit der Polizei wegen eines Fotos ging ihm plötzlich etwas auf:
“it struck me: there really ISN'T any fotografia. There's none. Not a single member of the mainstream press. Not a single newshound camera on a tripod. Nothing. Nothing is happening here. Nothing to report. The limousines have started to arrive. Nothing to report. They've closed off an entire peninsula. There are roadblocks. Machine guns. Nothing to report. This is Bilderberg's 57th annual meeting. Nothing to report.”Und Charlie Skelton begann nachzudenken: “Anyone who takes a "fair enough they should meet in private" position on Bilderberg should at least find it odd that we don't properly know who "they" are.” Und er stellte die auch in meinen Augen grundlegende Frage:
“Should publicly elected officials be meeting in armed privacy to discuss global policy with unnamed private individuals?”
Wie wenig privat die Atmosphäre um den jeweiligen Bilderberg-Treffpunkt nach außen hin ist, bekam Skelton während seines gesamten Aufenthalts in Athen und Umgebung zu spüren, und nicht nur er.
“It isn't just me who's been hauled into police custody for daring to hang around half a mile from the hotel gates. The few journalists who've made the trip to Vouliagmeni this year have all been harassed and harried and felt the business end of a Greek walkie-talkie. Many have been arrested. Bernie, from the American Free Press, and Gerhard the documentarian (sounds like a Dungeons and Dragons character) chartered a boat from a nearby marina to try to get photos from the sea. They were stopped three miles from the resort. By the Greek navy.”Ein ganz privates Clubtreffen, das von der Marine bewacht wird? Schon merkwürdig, oder? Und das war noch nicht alles: “A police officer told the Associated Press (on condition of anonymity): "The resort was being protected by hundreds of police, navy commandos, coast guard speedboats and two F-16 fighter planes." That's right. Two F-16 fighter planes.”
Der Bilderberg will nach außen ein ganz unverfängliches, informelles Treffen sein. "I simply think it's people who have influence interested to speak to other people who have influence," erklärte einmal der einladende Viscount Davignon.
Der Berichterstatter des Guardian hat schon letztes Jahr in Vouliagmeni einen ganz anderen Eindruck gewonnen:
“Three days and I've been turned into a suspect, a troublemaker, unwanted, ill at ease, tired and a bit afraid. And I haven't even walked up the road to the Bilderberg hotel since the whole "get in the car!" [...]
Bilderberg is about positions of control. I get within half a mile of it, and suddenly I'm one of the controlled. I'm followed, watched, logged, detained, detained again. I'd been put in that position by the "power" that was up the road [...] Bilderberg is all about control. It's about "what shall we do next?" We run lots of stuff already, how about we run some more? How about we make it easier to run stuff? More efficient. Efficiency is good. It would be so much easier with a single bank, a single currency, a single market, a single government. How about a single army? That would be pretty cool. We wouldn't have any wars then. This prawn cocktail is GOOD. How about a single way of thinking?”
2| Sitges 2010
“Nothing to report.” – Charlie Skelton dürfte ja kein Journalist sein, wenn er in diesem Jahr nicht wiedergekommen wäre. Und diesmal kam er nicht allein, auch das spanische Fernsehen war zur Stelle und postierte ein Kamerateam – am letzten Kreisverkehr vor den Kontrollpunkten der Polizei und weit vom Hotel Dolce in Sitges entfernt. Drinnen hatte es sicher keine Drehgenehmigung erhalten. Der Guardian war inzwischen richtig neugierig geworden und wollte mehr als die Teichoskopien seines auf Heulsuse machenden Reporters vom Vorjahr. Darum arbeitete er sogar mit den verrufen zwielichtigen Globalisierungsgegnern und Amateurpaparazzi auf der Jagd nach Bilderberg-Teilnehmern zusammen und kaufte ihnen exklusiv ihre Fotos ab. Dank dieser wachen und wagemutigen Aktivisten konnte der Guardian diesmal recht umfangreiche Bildergalerien veröffentlichen, die eindeutig beweisen, wer am diesjährigen halb konspirativen Treffen der Bilderberger teilgenommen hat. Damit war bereits mehr Öffentlichkeit erreicht als jemals zuvor bei einem B-Meeting. Seitdem gibt es auf einmal eine Homepage, die sogar eine Tagesordnung sowie eine Liste der Teilnehmer bereitstellt und von unserem lieben Bundestagsabgeordneten und SPD-Vize Olaf Scholz, auch geborener Osnabrücker und diesjähriger Bilderberg-Teilnehmer, als offizielle Quelle genannt wurde. Ein wenig ist der Deckel nun also erstmals gelüftet worden, aber sogleich beeilten sich andere Journalisten, das Süppchen darunter auf kleine Flamme zu stellen: “Here's what Iain Hollingshead wrote about Bilderberg in the Daily Telegraph last week: "The reality of these conferences appears to boil down to a group of willy-waggling old men comparing their security details and dreaming of past glories", referierte Skelton und fragte zu recht: “Does that describe Jyrki Katainen, Finland's 39-year-old finance minister? Or Microsoft's chief research officer, Craig Mundie? Or Bill Gates? Or the prime minister of Spain?” Und er wunderte sich: “why attending Bilderberg has to remain such a mystery remains a mystery... Tony Blair attended in 1993, but lied about it in parliament. Why lie? Why hide? If it's a long weekend of ping-pong, why the secrecy? If it's a long weekend of global strategising, why not simply behave like adults and talk to the press about it?”
Right he is, und das hat sich vielleicht auch ein ehemaliger Bilderberger gedacht, nämlich der frühere NATO-Generalsekretär Willy Claes, der sich am Abend der Eröffnung des diesjährigen Bilderberg-Treffens in Sitges vom Belgischen Radio 1 interviewen ließ. Er bestätigte u.a., daß in der Tat Etienne Davignon und Henry Kissinger die zwei “steunpilaren rond welke heel de Bilderberg conferentie draait” seien, die beiden Stützpfeiler also, um die sich die gesamte Bilderbergkonferenz dreht. Die Königin der Niederlande und der König von Spanien nähmen ebenfalls “regelmatig” daran teil.
Auf die Frage, was denn nun auf den Konferenzen besprochen würde, gab Claes zur Auskunft, auf der Tagesordnung ständen jeweils “de meest belangrijke problemen met dewelke de wereld geconfronteerd is”. – Neinneinnein, wehrte er ab, es gäbe keine Abstimmungen und es würden auch keine Resolutionen zu Papier gebracht (womit er genau das wiederholte, was das Büro der Bilderberg-Gruppe an der Universität Leiden 2008 in einer der ganz seltenen Presseverlautbarungen erklärte), aber, so Claes weiter, jeder Vortragende gebe natürlich eine Art Zusammenfassung (Synthese) zu seinem Thema, “en iedereen is verondersteld gebruik te maken van die conclusies in het milieu waar hij invloed heeft hé.” Was ich und auch die englische Übersetzung so verstehen, daß von “jedem (Teilnehmer) angenommen oder erwartet wird, daß er von diesen Schlußfolgerungen Gebrauch macht in dem jeweiligen Bereich, in dem er über Einfluß verfügt.”
Heißt das etwas anderes, als daß vom Bilderberg gezielt und zugleich in verschiedenste Bereiche gestreut Meinungsbildung und vielleicht auch Einflußnahme auf Entscheidungsfindungen betrieben wird? Mit anderen Worten also mindestens Lobbyismus. Aber kann man es noch schlicht Lobbyarbeit, Einflüsterung oder versuchte Einflußnahme nennen, wenn diese niederen Tätigkeiten von den Chefs von Weltkonzernen und amtierenden Ministerpräsidenten persönlich ausgeübt werden?
“Stop, once and for all, saying that it's a bunch of has-beens meeting up for cocktails and cribbage”, ruft Skelton. “Calling Bilderberg a "talking shop" is like calling a war a "police action". It's like calling Henry Kissinger the winner of the 1973 Nobel peace prize.”
Weitere informative Seiten zum Thema:
Hinter den Kulissen: http://fosar-bludorf.com/bilderberger/
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz
BBC 2003: http://www.propagandamatrix.com/bbc_radio_4_bilderberg.mp3
Junge Welt: http://www.jungewelt.de/2010/06-11/044.php
Schall & Rauch: http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/06/weitere-fotos-der-bilderberg-teilnehmer.html
... link (0 Kommentare) ... comment
Als gestern die Rede auf Richard Holbrooke kam, berichtete mir meine wojwodinische Herzogin von einer Anekdote, die sich damals das ganze zerfallende Jugoslawien mit einem auch von Schreck verzerrten Grinsen erzählt habe. Nachdem Holbrooke die drei Delegationen aus Serbien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina Anfang November ‘95 wie in einem Konklave zusammengesperrt hatte, bekam er natürlich von jeder Seite auch die historischen Gründe aufgetischt, die entweder für Unabhängigkeit oder Zusammengehörigkeit, für Verbleib oder Abtrennung sprachen: die Türkenzeit, Schlacht auf dem Amselfeld, Osmanenreich, Islamisierung, Katholisierung, Habsburg, k.u.k Österreich-Ungarn, 1389, Schlacht auf dem Amselfeld (die sich nach unserem Kalender übrigens gestern jährte), Balkankriege, Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Schlacht auf dem Amselfeld... bis Holbrooke eines Tages wieder einmal der Kragen geplatzt sei. Mit dem subtilen Verständnis des US-Amerikaners für die historischen Verflechtungen im alten Europa sei er in den Sitzungssaal einmarschiert und habe die Versammlung mit den Worten eröffnet: ... link (1 Kommentar) ... comment

