Georg Forster, dem wir ja diesmal entgegenreisten, faßte sich nach seinem seitenlangen Exkurs über die vulkanischen Gesteine oberhalb Andernach recht kurz: “Ich kann dieses Blatt, das ohnehin so viel Naturhistorisches enthält, nicht besser ausfüllen, als mit ein paar Worten über das schon vorhin erwähnte Naturalienkabinet in Bonn. Von der herrlichen Lage des kuhrfürstlichen Schlosses und seiner Aussicht auf das Siebengebirge will ich nichts sagen, da wir die kurze Stunde unseres Aufenthaltes ganz der Ansicht des Naturalienkabinets widmeten.”
Es folgen weitere Seiten mit naturwissenschaftlichen Betrachtungen und Spekulationen; darum: [schnipp]
Nur eine Generation, eine Revolution, ein Kaiserreich und eine Restauration später zog 1818 die neu gegründete Bonner Universität in das leerstehende Kurfürstenschloß mit der schönen Aussicht; und noch ein klitzekleines tausendjähriges Reichlein später stieg das inzwischen 2000 Jahre alte Römerlager Bonn zur Hauptstadt einer neu gegründeten Bundesrepublik auf. Der Schmäh über dieses “Bundeshauptdorf” am Rhein, nach dem die frühere westdeutsche Republik mittlerweile zunehmend benannt wird, ist, um im römischen Bild zu bleiben, Legion, und meinetwegen aus dem Blickwinkel eines ausländischen Diplomaten, der vorher vielleicht in Hauptstädten wie Paris, London oder Rom Dienst getan hatte, auch nachvollziehbar. Aber leben und studieren ließ sich im überschaubaren Bonn mit seinem milden Klima, der Hofgartenwiese, dem Rhein und dem (damals selbst im Playboy porträtierten) Melbbad ganz gut. Und eins hatte Bonn auch als Regierungssitz Berlin voraus: bauliche Bescheidenheit. Man vergleiche nur einmal die zurückhaltend schlichte Erscheinung des Bonner Kanzleramts, für das in der Ausschreibung städtebauliche Zurückhaltung und ein Verbleiben unterhalb der Baumgrenze vorgeschrieben wurden, mit dem postmodernen Monumentalismus der 465 Millionen Mark teuren Reichswaschmaschine in Berlin, die achtmal größer ist als das Weiße Haus in Washington. - Und da sagt man immer, “Wir sind wieder wer” sei der Slogan der Wirtschaftswunder-Republik gewesen.
Oder sehen Sie sich das nebenstehende Foto an. Können Sie sich vorstellen, da könnten eine Frau Merkel oder ein Herr Westerwelle wohnen? Bundeskanzler Erhard und FDP-Chef und Vizekanzler Mende konnten es. Erich Ollenhauer, Herbert Wehner oder Botschafter Karl Graf von Spreti taten‘s u.a. auch. Es zeigt ein Reihenhaus in der Bonner Reutersiedlung, die 1949 nach Gründung der Bundesrepublik eigens für Politiker und Bundesbeamte gebaut wurde.
Wenig später kam der Siedlungsbau auf dem bis dahin kaum erschlossenen Venusberg hinzu, und in diesen schmalen Reihenhäuschen wohnten dann bis zum Umzug nach Berlin nicht wenige Oberregierungsräte, Ministerialräte und -dirigenten. Die Villa von Willy Brandt während seiner Regierungszeit als Bundeskanzler steht fast ebenso unauffällig gleich um die Ecke. Aber Augenmaß und Selbstbescheidung sind wohl das Letzte, was man heutigen deutschen Politikern vorwerfen kann, und dementsprechend sieht es am Berliner Spreebogen aus.
Ich bin gern wieder einmal nach Bonn zurückgekommen. Aber, ohne allzugroße Wehmut sei auch das gesagt, die Bonner Zeiten sind nun mal vorbei.
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Vielleicht geht JK‘s Wunsch eher in Erfüllung, als ihm lieb ist: Gestern abend gegen 7 hat sich in Island nordwestlich der bisherigen Ausbruchsstelle urplötzlich eine zweite Spalte im Berg geöffnet, etwa 3-400 Meter lang. Einige Dutzend Wanderer standen unversehens fast zwischen zwei Feuern und mußten mit Rettungshubschraubern ausgeflogen werden - dann würde mir allein aufgrund des heutigen Datums sowieso niemand glauben. Also gebe ich es erst morgen bekannt, denn die Bilder des isländischen Fernsehens zeigen die neu aufgerissene Spalte klar und deutlich. (Der Aprilscherz dort dürfte die Meldung sein, daß sich als seltener Irrgast ein Geier zur Insel verflogen habe.)
Stattdessen verlinke ich einen Ausschnitt aus dem italienischen Dokumentarfilm Mondo cane aus dem Jahr 1962, den ich bei Herrn Rollinger gesehen habe. Westdeutschland in der Tristesse der Vor-68er, Verlierer des Wirtschaftswunders, an die man sich heute kaum mehr erinnert, weil jede Epoche von sich glaubt,
(Einigen Mitlesenden hier kann der Streifen auch die verheerenden Folgen eines Gesöffs namens Astra vor Augen führen.)
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"So sind wir Isländer von heute inzwischen: wir kennen die Natur nicht mehr, halten ihre Urgewalt für eine Fernsehsoap, die wir uns gefahrlos ansehen können."
In der Netzzeitung eyjan.is kommentierte KVERÚLANTINN (31.03 2010 kl.09:43): Þetta er fullorðið fólk. Látum það sjá um sig sjálft. ("Das sind erwachsene Menschen. Laßt sie sich um sich selber kümmern.")hress (= gesund & munter):
"Bin gestern von der Küste zum Ausbruch und zurück gelatscht, kann es nicht empfehlen, außer für Leute in extrem guter Form und in sehr guter Kleidung hoch 2. Es war irre schön, irre schwer, irre glatt und irre kalt."
Und ein Sigurrafn setzte noch hinzu:
Durch den Windchill-Faktor kann die Kälte auf dem Fimmvörðuháls - 30 C° erreichen. Unterkühlung kann sich schon einstellen, wenn man nur die Handschuhe auszieht, um etwas zu essen. Flüssigkeit gefriert im Rucksack, und keinem geht es gut, ohne zu trinken. Erkältung und Muskelkater kommen üblicherweise hinterher dazu.
Auf meine Rückfrage an JK, ob er sich am Wochenende auch auf den Weg gemacht habe:
"neibb. Of mikil túristalykt. Of mikill æsingur, vitleysa. Bíð bara eftir Kötlu, þá getur maður séð gosið héðan..."
(Nö. Zu viel Touristengeruch. Zu viel Aufgeregtheit, Blödsinn. Ich warte auf die Katla, dann kann man den Ausbruch von hier aus sehen...")
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Seine Ansichten vom Niederrhein als Reiseführer im Gepäck fuhren wir Herrn Forster rheinauf entgegen. Und als wir das “sogenannte Siebengebirge” erreichten, “welches prallig in mehreren hohen Spitzen und Gipfeln seine Granit- Gneus- und Porphyrmassen emporhebt”, mußte ich auch wieder an die plutonischen Meldungen denken, die in den letzten Tagen aus aktuellem Anlaß im Fahrtenbuch zu lesen waren. Sie passen gerade gut zu dem, was sich Herr Forster angesichts wachteleiergroßer Bimssteinchen am Rheinischen Schiefergebirge zusammenphantasiert hat:
“An einem Hohlwege, gleich unter der Dammerde, zeigte sich ein Bimssteinlager, welches an einigen Stellen mit Schichten von Tras, oder, wie ich es lieber nenne, von zerstörten, zu Staub zerfallenen und dann vermittelst des Wassers wieder zusammengekütteten Bimssteinen, abwechselte. Die Bimssteine sind von weißlicher Farbe, sehr leicht, bröcklich, löchericht, rauh anzufühlen und gewöhnlich in ganz kleinen Stückchen von der Größe einer Erbse und noch kleiner, bis zu zwei Zollen im Durchmesser. In diesen Stückchen finden sich zuweilen kleine Fragmente von Kohlen eingebacken. Die Erscheinung dieser unbezweifelten Erzeugnisse des Feuers am friedlichen Rheinufer hat schon manchen Gebirgsforscher in Erstaunen gesetzt, welches vielleicht vom ruhigen Wege des Beobachtens abwärts führt.
In der Strecke von Andernach bis Bonn glaubten Collini, Hamilton, de Lüc und andere Freunde der Feuertheorie die deutlichsten Spuren ehemaliger feuerwerfenden Schlünde zu sehen. Vulkane dampften und glühten; geschmolzene Lavaströme flossen, kühlten sich plötzlich in dem Meere, das damals alle diese Länder bedeckte, und zerklüfteten sich in säulenförmige Theile; ausgebrannte Steine, und Asche und Kohlen flogen in die Luft, und fielen in Schichten nieder, die man jetzt angräbt und zum Wasserbau nach Amsterdam versendet; kurz, ehe es Menschen gab, die den Gefahren dieses furchtbaren Wohnortes trotzten, und das plutonische Gebiet mit Waizen oder mit Reben bepflanzten, kreis'te hier die Natur, und die Berge wanden sich in gewaltsamen Krämpfen. Ist das nicht prächtig – geträumt? Es kommt ja nur auf uns an, ob wir den Hekla und Ätna, den Vesuv und den Tschimborasso an dem Gestade unseres vaterländischen Rheins erblicken wollen.”
Genau so ist das, werter Herr Forster. Und wenn wir unserer Phantasie, anders als Sie, noch ein bißchen auf die Sprünge helfen müssen, blicken wir eben kurz nach Island hinüber, wo die Lava noch immer aus der frisch aufklaffenden Spalte zwischen den Gletschern suppt und bald die Krossá in der Þórsmörk erreichen wird, wenn das so weitergeht. Pünktlich zum Wochenende wurden die Straßensperren übrigens aufgehoben, und mehr als 5000 Schaulustige haben sich auf den Weg gemacht.
Wer keinen Motorschlitten mitbringt, muß bis in die Nähe der Ausbruchsstelle auf dem Fimmvörðuháls eine unwegsame und steile Strecke von 13 km mit 1100 Metern Höhenanstieg zu Fuß zurücklegen, bei noch winterlichen Verhältnissen bis -18 Grad und schneidendem Wind. Hin und zurück ein nicht gerade gemütlicher Sonntagsspaziergang von 10-12 Stunden für die fast 30 km in bergigem und eisig verschneitem Gelände. Einige Vulkantouristen waren so unzureichend ausgerüstet und wenig fit, daß sie völlig erschöpft und am Ende ihrer Kräfte von der Bergwacht abtransportiert werden mußten. Die Bauern unten im Tiefland an der Küste machen derweil einen Riesenumsatz mit selbstgebackenen heißen Waffeln und Hamburgern.... link (0 Kommentare) ... comment
Diesen Eindruck bestätigt nun eine ehemalige Studienkollegin von Joseph Ratzinger: Uta Ranke-Heinemann, Tochter des ehemaligen Bundespräsidenten und erste habilitierte katholische Theologin der Welt, bis ihr wegen öffentlich geäußerter Zweifel an der Jungfrauengeburt Marias 1987 von der Kirche die Lehrbefugnis entzogen wurde. Damals glaubte übrigens auch der Professor für Katholische Dogmatik, Joseph Ratzinger, nicht dran. In seiner Einführung in das Christentum, 2 Aufl. München 1968, heißt es auf S. 225.: „Die Gottessohnschaft Jesu beruht nach kirchlichem Glauben nicht darauf, daß Jesus keinen menschlichen Vater hatte; die Lehre vom Gottsein Jesu würde nicht angetastet, wenn Jesus aus einer normalen menschlichen Ehe hervorgegangen wäre. Denn die Gottessohnschaft, von der der Glaube spricht, ist kein biologisches, sondern ein ontologisches Faktum.” - Allerdings hat er später widerrufen, und er hat auch nie auf ein schriftliches Ersuchen von Frau Ranke-Heinemann um Stützung ihrer Meinung im Streit mit der Kirchenleitung reagiert.
Jetzt wiederholt sie in einem Beitrag für das Aprilheft der Blätter für deutsche und internationale Politik einen Vorwurf an die Adresse des Papstes Ratzinger, den sie in den vergangenen Jahren bereits mehrfach geäußert hat, der aber nun im Licht der neuerlich bekanntgewordenen zahlreichen Fälle von Kindesmißbrauch neues Gewicht erhält: “Papst Benedikt selbst trägt an dieser augenblicklichen Schwemme an Pädophiliefällen, verjährten und noch nicht verjährten, in besonderem Maße die Schuld und Verantwortung”.
Beleg für ihren Vorwurf ist nicht einmal Ratzingers eigenes Mitwirken an der Vertuschung eines bekannten Falls von wiederholtem Kindesmißbrauch in seiner Zeit als Münchner Erzbischof, sondern ein Schreiben, das der damalige Großinquisitor Joseph Ratzinger - vor seiner Wahl zum Papst war er seit 1981 Präfekt der “Kongregation für die Glaubenslehre” (Congregatio doctrina fidei, CDF), wie die katholische Inquisition seit 1965 heißt - im Mai 2001 unter dem Titel De delictis gravioribus ("Von den schwersten Verbrechen") an alle katholischen Bischöfe verschickte. Darin, so Ranke-Heinemann, “wird die 'ausschließliche Kompetenz des Vatikans' betont, was die Ahndung von Pädophiliefällen anbelangt; gleichzeitig werden sämtliche Bischöfe unter Strafe der Exkommunikation aufgefordert, alle Pädophiliefälle ausschließlich und nur an den Vatikan zu melden.”
Von einem Geheimschreiben wird man nicht, wie Ranke-Heinemann, sprechen können, da der Text seit längerem im Netz zu finden ist. Doch auch wenn ihre Anfangsworte Ad exsequendam ecclesiasticam legem, also “Zur Ausführung des Kirchenrechts”, lauten und damit erst einmal nichts über eine Strafverfolgung durch staatliche Gerichte sagen, scheint der Inhalt durchaus geeignet, diejenigen zu bestärken, die der Ansicht sind, daß die katholische Kirche seit vielen Jahren vor allem daran interessiert ist, Fälle von Kindesmißbrauch in ihren Reihen unter dem Siegel der Verschwiegenheit zu halten.
Hier Auszüge aus einer im Netz bereitstehenden deutschen Übersetzung:
"Sie [die Kongregation für die Glaubenslehre] urteilt über Straftaten gegen den Glauben und über schwerwiegendere Straftaten gegen die Sitten und solche, die bei der Feier der Sakramente begangen wurden, wenn diese ihr angezeigt wurden, und, wo es angebracht ist, wird sie nach Maßgabe des allgemeinen oder des besonderen Rechts kanonische Strafen feststellen oder verhängen [...]
Die der Glaubenskongregation vorbehaltenen schwerwiegenderen Straftaten, sei es bei der Feier der Sakramente, sei es gegen die Sitten, sind: [...]
- Straftaten gegen die Heiligkeit des Bußsakramentes, nämlich:
1̊ die Lossprechung des Mitbeteiligten bei einer Sünde gegen das sechste Gebot des Dekalogs
2̊ die Verführung zu einer Sünde gegen das sechste Gebot des Dekalogs bei der Anhörung oder bei Gelegenheit oder unter dem Vorwand der Beichte, wenn diese darauf abzielt, mit dem Beichtvater selbst zu sündigen
- Straftat gegen die Sitten, nämlich: die von einem Kleriker mit einem Minderjährigen im Alter von weniger als 18 Jahren begangene Straftat gegen das sechste Gebot des Dekalogs.
Sooft der Ordinarius oder der Hierarch wenigstens eine wahrscheinliche Kenntnis einer vorbehaltenen Straftat hat, muß er dies der Kongregation für die Glaubenslehre mitteilen, sobald die Vorerhebung durchgeführt wurde. Die Kongregation wird - soferne sie den Fall nicht aufgrund besonderer Umstände an sich zieht - dem Ordinarius oder dem Hierarchen entsprechende Weisungen übermitteln, durch sein eigenes Gericht alles weitere durchzuführen. [...] An den bei den Ordinarien bzw. Hierarchen errichteten Gerichtshöfen dürfen für diese Fälle nur Priester die Ämter des Richters, des Kirchenanwaltes, des Notars und des Anwalts gültig ausüben. [...]
Fälle dieser Art unterliegen dem päpstlichen Geheimnis.
Rom, vom Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, 18. Mai 2001.
+ Joseph Kardinal Ratzinger, Präfekt”
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http:/http.ruv.straumar.is/static.ruv.is/vefur/24032010_eldgos.wmvObwohl die Gegend wegen der offensichtlichen Gefahren für Besucher zum Sperrgebiet erklärt wurde, gehen die Behörden davon aus, daß sich bei besser werdendem Wetter trotz Warnungen und Straßenabsperrungen der Polizei doch etliche Neugierige auf den Weg machen werden, um sich das Naturschauspiel mit eigenen Augen anzusehen. Das Ganze findet eben in Island statt, und man hat dort oft ein etwas anderes Selbst- und Obrigkeitsverständnis als bei uns. Was nicht explizit verboten ist, ist selbstverständlich sowieso schon mal grundsätzlich erlaubt. Und wenn die Polizei vor etwas warnt oder den Zutritt zu einem Gebiet untersagt, heißt das noch lange nicht, daß die Warnung mich von etwas abhält und das Verbot auch für mich persönlich gelten soll. Darüber entscheide ich als mündiger Bürger dieses freien Staates souverän selbst; denn überhaupt: wenn Geologen dahin dürfen und können, wieso sollte ich es dann nicht dürfen, wenn ich es auch schaffe. - Die ersten waren auch schon da. Vor den Wissenschaftlern. Hier das erste Privatvideo auf YouTube. Wie wenig man sich in Island wegen Übertretung eines polizeilichen Verbots Gedanken macht, zeigt schon der Umstand, daß die vier mutigen Schneescooterfahrer stolz ihre Namen im Abspann veröffentlichen. Titel ihres kessen Filmchens mit Begleitmusik von Altrocker Bubbi Morthens: "Wer zuerst kommt, sieht zuerst."
Trockener Kommentar im offiziellen Bericht auf der Nachrichtenseite des Fernsehens: "Die umherfliegenden Lavabrocken sind so groß, daß sich, wer von ihnen getroffen wird, nicht mehr verbinden zu lassen braucht."
Der Ton der Sagas; es gibt ihn noch immer.
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Recht früh am Morgen war heute eine helle Sonne an einem ungetrübt blauen Himmel aufgezogen und hatte den ganzen Vormittag freundlich durch die großen Fenster auf der Landseite gestrahlt. Mittags wechselte ich die Hausseite und sah, wie sich von See, Richtung Scheveningen, gerade unter heiterstem Frühlingshimmel eine dicke Nebelwand heranwälzte, einmal “gulp” machte, und schon war eines dieser häßlichen Ferienappartmenthochhäuser nahe dem Strand verschluckt. Alle weiteren folgten bald, die Welt leerte sich erfreulich, und es war nur noch das fröhlich aufgeregte Badeentenquietschen der vorgestern zurückgekehrten Austernfischer zu hören, mit dem sie sich in der dicken Suppe ihre Freude über den reich gedeckten Tisch am Nordseestrand zuriefen.
Ich tat es ihnen nach und nahm als Mittagessen nur ein leichtes Thaisüppchen mit frischem Fisch und Muscheln und Garnelen und ebenso frischem Zitronengras, Koriander, Großem Galgant und Limettenblättern zu mir, das die Herzogin am Vortag angerichtet hatte. Wer mag denn an einem solchen Tag, der nur aus Licht und Seeluft besteht, schon schweres Essen einschaufeln? Der Frühling will Austreibung des Alten, Angesetzten, Purgierung, Reinigung, Entschlackung, Erneuerung. Rundum. Wie bei anderen Reifen auch. Schließlich will man sich bald im Sommer am Strand wieder sehen lassen können. (Und sage jetzt keiner, er sei frei von solchen Eitelkeiten!)

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